
Jahresbericht
Weiterbildung Hessen e.V.
Januar bis Dezember 2025
Weiterbildung steht im Spannungsfeld von Wandel und Verantwortung – und bleibt zugleich ein zentraler Baustein für gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung.
Das Jahr 2025 war für die hessische Weiterbildungslandschaft in besonderem Maße von politischen und rechtlichen Veränderungen geprägt. Die Auswirkungen des sogenannten Herrenberg-Urteils und die damit verbundene Frage der Sozialversicherungspflicht von Honorarkräften stellten viele Bildungseinrichtungen vor grundlegende Herausforderungen. Hinzu kamen neue Unsicherheiten im Bereich digitaler Bildungsangebote durch die aktuelle Rechtsprechung zum Fernunterrichtsschutzgesetz sowie die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes, die insbesondere digitale Angebote betreffen. Auch Fragen der umsatzsteuerlichen Behandlung von Bildungsleistungen rückten in den Fokus und führten in vielen Einrichtungen zu zusätzlichem Klärungsbedarf.
Weiterbildung Hessen e. V. hat diese Entwicklungen eng begleitet und seine Mitgliedseinrichtungen mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen, fachlichen Einordnungen und Austauschformaten unterstützt. Um den gestiegenen Informationsbedarf dauerhaft abzubilden, wurde zudem auf der Website eine neue Rubrik „Aktuelle Gesetze“ eingerichtet, die zentrale rechtliche Entwicklungen bündelt und praxisnah aufbereitet.
Eine positive Entwicklung zeigte die Hessische Weiterbildungsdatenbank: Im Jahr 2025 waren dort kontinuierlich über 18.000 Kurse abrufbar – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Gleichzeitig stieg die Nutzung weiter an, mit rund 150.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahresverlauf. Die Datenbank bleibt damit ein zentrales Instrument für Transparenz und Orientierung in der hessischen Weiterbildungslandschaft.
Das Jahr 2025 hat einmal mehr deutlich gemacht, wie stark Weiterbildung von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Die aktuellen Entwicklungen haben gezeigt, dass verlässliche Strukturen und klare rechtliche Rahmenbedingungen entscheidend sind, um Bildungseinrichtungen handlungsfähig zu halten. Umso wichtiger ist es, die Interessen der Weiterbildung weiterhin sichtbar zu vertreten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die Planungssicherheit schaffen und die Weiterentwicklung des Systems ermöglichen.

Andreas Haberl
Vorstandsvorsitzender

Christian Spahn
Geschäftsführer



